Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Berliner das “Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten
Homosexuellen”, einen häßlichen Betonquader mit Sichtfenster, nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen
haben. Selbst die Homosexuellen nehmen inzwischen Anstoß an der künstlerisch anspruchslosen Realisation
durch das wenig inspirierte Künstler-Duo Elmgreen-Dragset. Es wird kritisiert, daß die “Klötzchen-Lösung”
der schwulen Denkmalsfrage in Berlin allzusehr das Vorbild des Holocaust-Denkmals mit seinem aus Betonquadern
bestehenden Stelenfeld kopiere und einen eigenen künstlerischen Gestaltungsanspruch vermissen lasse.
In fast allen Großstädten stößt man inzwischen auf klotzartige Gedenksteine, die den Verzicht auf
skulpturale Gestaltung und die eigene Einfallslosigkeit zur memorialen und künstlerischen Tugend erheben.
Eine unerwartete Offerte aus Prag bringt nun Bewegung in die Debatte! Die Prager bieten einen Denkmalstausch
an …
Wednesday, Aug 20. 2008 14:36
Pünktchen: Neues Homo-Kuß-Denkmal für Berlin – Ein Angebot aus Prag findet wärmsten Zuspruch!
In einer Grünanlage am Prager Hauptbahnhof (“Vrchlickeho sady”, in Nähe der Haltestelle zur Trambahn)
steht eine Skulptur, die an die “Befreiung” Prags durch die Rote Armee erinnert. Sie zeigt ein Männerpaar,
das in einem Kuß vereint ist.Es ist nur zu verständlich, daß die Prager nicht gerne an diese Art der “Befreiung” erinnert werden und schon gar nicht durch ein Denkmal, das den “Befreiten” in einer geradezu erotisch wirkenden Kußorgie mit einem russischen Soldaten zeigt. Der Tscheche fällt dabei dem Russen förmlich um den Hals! Prager Passanten sind von dieser Form der Geschichtsklitterung peinlich berührt und versuchen, so gut es geht, das Denkmal zu ignorieren. Dennoch wird dieses immer wieder zum Ziel nächtlicher Farbanschläge. Ganz ebenso wurde unlängst auf das gerade erst eingeweihte und künstlerisch fragwürdige Quader-Objekt in Berlin ein Anschlag verübt…
So kam Prager Lokalpolitikern die einmalige Idee zu einem Denkmalstausch! Die Stadt Prag, reich gesegnet mit figürlichen Denkmälern, übernimmt gerne den Schwulen-Quader aus Berlin. Die in ihm installierte Filmsequenz soll durch historische Prag-Filme ersetzt werden. Dafür erhält Berlin das küssende Männerpaar in überlebensgroßem Format. Die Innigkeit des Kusses und der gesamte Realismus der Szene ließe für schwule Bedürfnisse – so argumentieren die Tschechen – nichts zu wünschen übrig. Wie man hört, kann sich auch der Regierende Bürgermeister in Berlin für die Küssenden aus Prag erwärmen und wirbt intensiv um die Zustimmung durch den LSVD und politische Instanzen. Eine passende Lösung für das Ensemble am Rande des Berliner Tiergartens wäre endlich gefunden!
Die Prager stellen freilich eine Bedingung: Die Transfer-Kosten für den Denkmalstausch sollen allein von Berlin getragen werden, denn der Berliner Betonklotz sei künstlerisch erkennbar “wertlos”…
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Pünktchen
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• diestandard.at: und se sündigen doch
• www.ulrich-willmes.de: Ursachen für Homophobie und Schwulenhass
• Der Spatz im Gebälk: Am liebsten Schwammerl – Gender Mainstreaming oder was??
• Doktor Eisenbarth: Wegweisender Prozess: Standesbeamtin verweigert Homo-Registrierungen und gewinnt vor Arbeitsgericht
Thursday, Aug 21. 2008 13:40
Wer.hat.mich.angerotzt?: Volltreffer ins
Sommerloch oder schönste Realsatire seit dem Tode von Moshammer?
Wednesday, Aug 20. 2008 21:13
Pünktchen: Liebe clarissa,
darf ich Ihre Anfrage so verstehen, daß Sie die alleinige Kostenübernahme für den Denkmalstausch durch den Berliner Senat ablehnen?
Wednesday, Aug 20. 2008 19:58
clarissa colonia: Ist Schilda
nach Berlin eingemeindet?
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