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Tuesday, Nov 11. 2008 09:22
Sind sogenannte “homophobe Klischees und Vorurteile” das Problem?
Der Provinzial der Jesuiten in Deutschland hat gegen die russischen Ermittlungsbehörden im Fall seiner in Moskau ermordeten Mitbrüder schwerste Vorwürfe erhoben.
Lebensbeschreibungen der beiden ermordeten Jesuiten auf 'Orden.de'
Lebensbeschreibungen der beiden ermordeten Jesuiten auf ‘Orden.de’
(kreuz.net, Moskau) Der Provinzial der Jesuiten in Deutschland, Pater Stefan Dartmann, polemisiert gegen die Ermittlungsergebnisse der Polizei im Fall der in Moskau ermordeten zwei Jesuitenpatres.

Pater Dartmann äußerte sich am Montag in einer Pressemitteilung.

Die beiden Jesuitenpatres Victor Betancourt und Otto Messmer wurden am 25. Oktober und am 27. Oktober ermordet.

Am 6. November gaben die Moskauer Behörden bekannt, daß ein mehrfach vorbestrafter Sexualverbrecher, der als Homo-Prostituierter tätig war, die Morde gestanden hat.

Doch für Pater Dartmann bleiben bezüglich des Tathergangs “viele” Ungereimtheiten und Widersprüche bestehen, welche die Tatzeit und die Umstände betreffen.

Der Provinzial stellt auch das Geständnis des Homo-Prostituierten in Frage, obwohl dieser sich mit seiner Aussage selber schwer belastet und damit für Jahrzehnte ins Zuchthaus bringen könnte.

“Erschwerend kommt hinzu, daß der einzige bekannte Zeuge der Tat der Mörder selbst ist. Auf seinen Aussagen ruht in der Hauptsache die Rekonstruktion des Tathergangs” – so Pater Dartmann.

Ferner behauptet er, daß die Öffentlichkeitsarbeit der russischen Ermittlungsbehörden bereits vor dem Ergreifen des mutmaßlichen Täters eine Pressekampagne in Rußland ausgelöst habe.

Dabei seien die beiden Ermordeten und der ganze Jesuitenorden verleumdet worden.

Der Jesuitenprovinzial erklärt, daß die Umstände der Morde einem angeblich bekannten russischen Strickmuster entsprächen:

“Zu diesem Muster gehört es unter anderem, Prostituierte gezielt auf engagierte Katholiken anzusetzen, um ihnen eine Nähe zum Rotlichtmilieu anzuhängen.”

Gleichzeitig sorgt sich der Pater mit homo-ideologischen Formulierungen, daß im Fall der beiden in Moskau ermordeten Jesuiten angeblich gezielt mit “homophoben Klischees” und “Vorurteilen” operiert werde.

Diese würden “die Homosexualität mit sexuellen Monstrositäten” gleichsetzen.

Es werde “darauf gehofft, daß diese Gleichsetzung auch in katholischen Kreisen funktioniere und zu einer Distanzierung von den Opfern” führe.

Damit werde von der wirklichen Monstrosität, den Morden, abgelenkt.

Der Provinzial erklärt, daß die Jesuiten nicht zulassen wollen, “daß ein unsägliches Gebräu aus Anspielungen, widersprüchlichen Recherche-Ergebnissen und Spiel mit Ängsten das Lebenszeugnis unserer Mitbrüder verdunkelt.”
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Wednesday, Nov 12. 2008 21:21
Mathilde: Der Stricher könnte durchaus auf die Patres angesetzt worden sein,
um die Patres und damit die Kirche in Misskredit zu bringen. Das ist in einem atheistischen Staat nötig, um eine Reevangelisierung erfolgreich zu verhindern. Es ist doch kein Problem, einen passenden Täter aus dem Hut zu zaubern. Es ist völlig unglaubwürdig, dass der Mörder stundenlang nach dem ersten Mord wartet, bis der nächste Pater eintrifft, um ihn auch zu ermorden. Das Risiko, dass der zweite Pater unverhofft in Begleitung weiterer Personen kommt, wäre doch viel zu hoch gewesen. Es ist bekannt, dass die jeweiligen Drahtzieher nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel sind. Sowohl die durch einen plausiblen Täter getötete Journalistin Politowskaja, als auch der Ex-Geheimagent, der durch Polonium heimtückisch vergiftet wurde, geben davon Zeugnis.
Wednesday, Nov 12. 2008 17:08
Oba †: Removed by the editor
Wednesday, Nov 12. 2008 15:15
Zoellibat †: Removed by the editor
Tuesday, Nov 11. 2008 23:15
Sirilo: @pneumat: Stalin
Als Stalin im Alter von 15 Jahren das zweite Studienjahr des Seminars absolvierte, bekam er Kontakt mit geheimen marxistischen Zirkeln. Er besuchte die Buchhandlung eines gewissen Schelidse, wo die jungen Radikalen Zugang zu linken Werken hatten. 1897 wurde Stalin, 18 Jahre alt, in die erste sozialistische Organisation Georgiens aufgenommen, die Messame-Dassi-Gruppe. Im folgenden Jahr leitete Stalin einen Studienzirkel für Arbeiter. Zu dieser Zeit las er schon Werke von Plechanow und die ersten Schriften Lenins. 1898 trat er offiziell in die sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) ein. 1899 wurde er aus dem Priesterseminar ausgeschlossen, weil er aufgrund dieser politischen Tätigkeiten bei mehreren wichtigen Prüfungen gefehlt hatte.

Stalin war also bestimmt nicht einsam, da er in verschiedenen sozialistischen Zirkeln aktiv war. Und er las bestimmt nichts über die Jesuiten, sondern revolutionäre Schriften. (Man darf nicht alles glauben, was in der Stalin-verehrenden Literatur geschrieben ist.)

Die Methoden in dem Priesterseminar waren keineswegs jesuitisch; das alles war in Rußland in der vorrevolutionären Epoche an höhren Bildungsinstituten üblich, um die jungen Leute von revolutionären Umtrieben abzuschrecken.
Tuesday, Nov 11. 2008 22:50
besonders aus Kartoffeln.
Tuesday, Nov 11. 2008 22:25
pneumat: keine Desinformation
Auch wenn das Seminar nicht direkt von Jesuiten geleitet war, herrschten dort so genannte jesuitische Methoden, die Stalin zuerst beklagte, doch später fleißig lernte und noch später im Kampf für Alleinmacht erfolgreich einsetzte. Was waren das für Methoden? (Aus Russisch übersetzt):Im Seminar gab sich Stalin der Selbstbildung. Sein Kamerad Kezchoveli erinnerte sich:
“Er vernachlässigte das jugendliche Spielen und kindliches Zeitvertreiben. Er versenkte in sich und wurde völlig einsam. Er verwarf den Spaß doch nicht Bücher. Gewöhnlich steckte er sich in eine Ecke hin und las begierig”.
Vor allem interessierte ihn die Kirchen-Geschichte. Nun war er von Jesuiten fasziniert. Jesus Orden. Stalin beklagte sehr den Einzug in die Ausbildung im Tifliss-Seminar der so genannten Jesuiten-Methoden.
Laut seiner Beschreibung herrschten im Seminar die Methoden der Jesuiten. Sie schlossen in sich ein: die strenge Observation und Denunziation jungen Leute gegen einander, Durchsuchungen und Kontrolle der persönlichen Sachen der Seminaristen, die Versuche in Seelen der Menschen zu lesen usw.
In diesem Sinne wurde Stalin wie Jesuit erzogen, was er auch nie leugnete.
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