Schämen sich die Gottlosen ihrer Gottlosigkeit?
Sie bezeichnen sich selber als “helle Köpfe”. Nur mit dem logischen Denken will es noch nicht recht klappen.

Von Wachter unterrichtet an der ‘Academia Internacional de Filosofía’ an der Pontificia Universidad Católica in Santiago de Chile.
Ein Vertreter von ‘Brights’ protestierte darauf gegen von Wachters Qualifizierung: Die Brights seien Naturalisten, aber nicht unbedingt Atheisten.
Dann drohte er dem Philosophen: “Sie haben Gelegenheit, Ihre Falschdarstellung binnen einer Woche zu widerrufen.”
Jetzt hat sich von Wachter in einer Aussendung zu dieser Drohung geäußert:
“Gerne weise ich darauf hin, daß die Brights sich als Naturalisten, aber nicht unbedingt als Atheisten verstehen” – erklärt der Philosoph ironisch.
Damit hätten die ‘Brights’ aber ein widersprüchliches Selbstverständnis:
“Unter »Naturalismus« versteht man die Auffassung, daß es nichts als den Inhalt unseres Raum-Zeit-Systems gibt, das heißt, daß es nur Materielles gibt.”
Die Folgerung des Philosophen: “Es gibt demnach zum Beispiel keine Geister, keine Seelen, keine nichtmaterielle »Energie«, keine platonischen Ideen und keinen Gott.”
Er zitiert auch Eigenaussagen von ‘Brights’: “Das Weltbild eines Bright ist frei von übernatürlichen und mystischen Elementen.”
Fazit: “Wenn es Lehre der ‘Brights’ ist, daß der Naturalismus wahr sei, daß der Atheismus aber nicht zur Lehre der Brights gehöre, ist die Lehre der Brights selbstwidersprüchlich.”
Von Wachter weist auch auf die Selbstvorstellung der ‘Brights’ hin:
“Was ist ein Bright? Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen Weltbild, frei von Übernatürlichem. Wir Brights glauben nicht an Geister, Elfen oder den Osterhasen – oder an Gott.”
Doch unbeschadet dieser Tatsache und der normalen menschlichen Logik erklären die ‘Brights’ auch das folgende:
“Die Gemeinschaft der Brights schließt verschiedene naturalistische Perspektiven und Kategorien mit ein. Dazu gehören auch einige Ausprägungen pantheistischen Gottesglaubens. Die Bewegung ist keine atheistische Bewegung”.
Von Wachter ist ratlos: “Über die Motive für die Aussage der Brights, der Naturalismus, aber nicht der Atheismus gehöre zur Lehre der Brights, kann ich nur spekulieren.”
Einige Äußerungen würden darauf hinweisen, daß einige Brights “Atheist” für ein Schimpfwort hielten.
Die Konklusion des Philosophen: “Jedenfalls ist Selbstwidersprüchlichkeit ein sicheres Zeichen von Irrationalität.”
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Friday, Aug 22. 2008 04:23
clarissa colonia: care clare,
das ist doch nur Wortgeklingel und in Hauptsache ein “Formelkompromiß” mittels größtenteils neu- (schlimmstenfalls
selbst-) erfundener Latino-graezistischen Pseudoternini! Beweisen die denn, daß die Hellen so helle sind
wie sie zu sein vorgeben?
Da ich ja nun ausgesprochen überzeugt von der (äußeren wie inneren) Identität des Christlichen und des Vernünftigen bin, erspare ich Ihnen (aber vorwiegend mir), eine extensive Bewertung Ihrer Zuschrift vorzunehmen.
Nur soviel: Parenthesen (z.B. “der Etymologie des Wortes entsprechend”) trennt man auch nach neuer Rechtschreibung mittels Kommata oder Gedankenstrichen ab.
Dann schreiben Sie, darin gipfeln ja Ihre bodenlosen (resp. unfundierten) Aussagen, man könne “nämlich auch dann an die Existenz bzw. Nichtexistenz Gottes glauben, wenn man nicht glaubt, dass man (100%ig) wissen kann, ob er existiert oder nicht”.
Junger Mann, das geht ja so nicht! Gehörten Sie nun der artikelkritisierten Philosophiesekte an, oder nicht (was mir beides egal wäre), werden Sie auch dann 100%ig einräumen müssen, daß man die Existenz Gottes weder beweisen, noch sie widerlegen kann. Wüßte ich nämlich 100%ig, daß Gott “existiert”, besäße ich doch eindeutig Kenntnisse, die meinen (begrenzten aber sicher erleuchteten) Erkenntnishorizont eindeutig übersteigen und daher von Ihrer Sekte es ante abgelehnt werden. D.H. wüßte ich, wie auch immer, zu 100% über Gott und seine Existenz bescheid, könnte ich das bei Ihnen ohne Sektenausschluß gar nicht sagen.
Da ich ja nun ausgesprochen überzeugt von der (äußeren wie inneren) Identität des Christlichen und des Vernünftigen bin, erspare ich Ihnen (aber vorwiegend mir), eine extensive Bewertung Ihrer Zuschrift vorzunehmen.
Nur soviel: Parenthesen (z.B. “der Etymologie des Wortes entsprechend”) trennt man auch nach neuer Rechtschreibung mittels Kommata oder Gedankenstrichen ab.
Dann schreiben Sie, darin gipfeln ja Ihre bodenlosen (resp. unfundierten) Aussagen, man könne “nämlich auch dann an die Existenz bzw. Nichtexistenz Gottes glauben, wenn man nicht glaubt, dass man (100%ig) wissen kann, ob er existiert oder nicht”.
Junger Mann, das geht ja so nicht! Gehörten Sie nun der artikelkritisierten Philosophiesekte an, oder nicht (was mir beides egal wäre), werden Sie auch dann 100%ig einräumen müssen, daß man die Existenz Gottes weder beweisen, noch sie widerlegen kann. Wüßte ich nämlich 100%ig, daß Gott “existiert”, besäße ich doch eindeutig Kenntnisse, die meinen (begrenzten aber sicher erleuchteten) Erkenntnishorizont eindeutig übersteigen und daher von Ihrer Sekte es ante abgelehnt werden. D.H. wüßte ich, wie auch immer, zu 100% über Gott und seine Existenz bescheid, könnte ich das bei Ihnen ohne Sektenausschluß gar nicht sagen.
Wednesday, Aug 20. 2008 18:07
Brighty: Eine Sache der Definition
1) Unter “negativer Atheismus”/“Nontheismus” versteht man im weiteren Sinn die Abwesenheit des Glaubens,
dass es Gottheiten gibt, und im engeren Sinn die Abwesenheit des Glaubens, dass (der theistische) Gott
existiert.
2) Unter “positiver Atheismus” versteht man im weiteren Sinn den Glauben, dass es (höchstwahrscheinlich) keine Gottheiten gibt, und im engeren Sinn den Glauben, dass (der theistische) Gott (höchstwahrscheinlich) nicht existiert. Ein positiver Atheist muss keineswegs behaupten, dass sein Glaube den Status von Wissen hat!
3) Unter “(doxastischer) Agnostizismus” versteht man die Abwesenheit sowohl des Glaubens, dass es Gottheiten gibt/Gott existiert, als auch des Glaubens, dass es keine Gottheiten gibt/Gott nicht existiert. Agnostizismus als Glaubensagnostizismus bedeutet also Glaubens- oder Urteilsenthaltung in Bezug auf die Gottesfrage. Daneben gibt es den epistemischen Agnostizismus, der sich der Etymologie des Wortes entsprechend nicht auf die Glaubens-, sondern auf die Wissensebene bezieht.
Es entsteht kein Widerspruch, wenn sich ein positiver Atheist oder ein Theist zugleich als epistemischer Agnostiker bezeichnet! Man kann nämlich auch dann an die Existenz bzw. Nichtexistenz Gottes glauben, wenn man nicht glaubt, dass man (100%ig) wissen kann, ob er existiert oder nicht.
Negativer Atheismus/Nontheismus
=
Positiver Atheismus + (doxastischer) Agnostizismus + religiöser Indifferentismus
2) Unter “positiver Atheismus” versteht man im weiteren Sinn den Glauben, dass es (höchstwahrscheinlich) keine Gottheiten gibt, und im engeren Sinn den Glauben, dass (der theistische) Gott (höchstwahrscheinlich) nicht existiert. Ein positiver Atheist muss keineswegs behaupten, dass sein Glaube den Status von Wissen hat!
3) Unter “(doxastischer) Agnostizismus” versteht man die Abwesenheit sowohl des Glaubens, dass es Gottheiten gibt/Gott existiert, als auch des Glaubens, dass es keine Gottheiten gibt/Gott nicht existiert. Agnostizismus als Glaubensagnostizismus bedeutet also Glaubens- oder Urteilsenthaltung in Bezug auf die Gottesfrage. Daneben gibt es den epistemischen Agnostizismus, der sich der Etymologie des Wortes entsprechend nicht auf die Glaubens-, sondern auf die Wissensebene bezieht.
Es entsteht kein Widerspruch, wenn sich ein positiver Atheist oder ein Theist zugleich als epistemischer Agnostiker bezeichnet! Man kann nämlich auch dann an die Existenz bzw. Nichtexistenz Gottes glauben, wenn man nicht glaubt, dass man (100%ig) wissen kann, ob er existiert oder nicht.
Negativer Atheismus/Nontheismus
=
Positiver Atheismus + (doxastischer) Agnostizismus + religiöser Indifferentismus
Wednesday, Aug 20. 2008 15:45
Daniel Stöhr: Das mit dem “schwachen” und “starken” Atheismus
finde ich nicht notwendig.
Agnostiker= sagt, er wisse nicht bzw. könne nicht wissen, ob es einen Gott gibt
Atheist= sagt, er wisse, dass es keinen Gott gibt
Warum nicht lieber diese eindeutigen Begriffe gebrauchen?
Agnostiker= sagt, er wisse nicht bzw. könne nicht wissen, ob es einen Gott gibt
Atheist= sagt, er wisse, dass es keinen Gott gibt
Warum nicht lieber diese eindeutigen Begriffe gebrauchen?
Wednesday, Aug 20. 2008 15:30
Brighty: Der Name “Bright”
Wenn wir uns als “Brights” bezeichnen, dann geht es uns bei diesem Namen einzig und allein darum, unsere
Verbundenheit mit der geisteserhellenden Tradition der (religionskritischen) Aufklärung zum Ausdruck
zu bringen, und mitnichten darum zu behaupten, wir hätten grundsätzlich einen höheren Durchschnitts-IQ
als religiöse Menschen. Ich kenne keinen Bright, der das von sich behauptet! Ich weiß ja, welch teuflisches
Vergnügen es Ihnen bereitet, unseren Namen in diffamierender Absicht tendenziös mit “die hellen Köpfe”,
“die Schlauen” oder “die Intelligenten” zu übersetzen. Doch mit unserem wirklichen Selbstverständnis
hat Ihre Unterstellung nichts zu tun!
Wir sind zwar der Meinung, dass der Theismus falsch ist, aber keineswegs der Meinung, dass Theisten per se dümmer sind als wir!
Wir sind zwar der Meinung, dass der Theismus falsch ist, aber keineswegs der Meinung, dass Theisten per se dümmer sind als wir!
Wednesday, Aug 20. 2008 09:40
NoFrills: @Ultramontanus
Wenn Gott die Welt schuf, wer schuf dann Gott? Sie sehen, die Einführung des Begriffs “Gott” erweitert das Weltbild zwar, erklärt aber nichts. Ich kann meinem Nichtwissen um die Ursache der Welt nicht dadurch ein Ende setzen, dass ich einfach eine höhere Macht postuliere, die außerhalb der Naturgesetze steht. Die Frage nach dem Schöpfer des Schöpfers führt zu einem unendlichen Regress, also letztlich zu nichts. Also fange ich damit gar nicht erst an.
Wednesday, Aug 20. 2008 09:10
Sebastijonas: @ Breitie
Ich verstehe das noch nicht ganz. In den Zitaten der Breiten wird immer betont: “Wir glauben nicht an Gott/Götter,” wenn ich das richtig verstanden habe. Das taucht mehrmals auf. Gleichzeitig wird das Wort “Agnostiker” offensichtlich vermieden, also meinen sie das wohl nicht. Was soll dann aber bloß “Nicht-theismus” anderes sein als “A-theismus”?
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