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Thursday, April 20. 2006 15:27
Zuhälter-Jugendkirche
Jugendkirchen sind Eventagenturen, die ihre sogenannten Glaubensangebote weitgehend der kommerziell geprägten Jugendkultur und Konsumwelt anpassen. Von Hubert Hecker.
Pimp My Church: Das verwendete englische Verb "pimp" heißt "verkuppeln". Das englische Hauptwort "pimp" bedeutet Zuhälter.
Pimp My Church: Das verwendete englische Verb “pimp” heißt “verkuppeln”. Das englische Hauptwort “pimp” bedeutet Zuhälter.
(kreuz.net) Unter dem Motto “Pimp my Church” wurde zwischen dem 18. Februar und dem 9. April im luxemburgischen Esch die erste katholische Jugendkirche des Großherzogtums betrieben.

Eingerahmt von “Workshops”, “Happy Hour” und einem “Concert ‘The Gentles’ unplugged” wurde am Eröffnungstag bei “Free Entrance” eine “Jugendmass ‘Jesus unplugged’” geboten.

Das Programm sei mit “viel Freude und Interesse” angenommen worden, sagten die verantwortlichen Berufsjugendlichen in einem Interview, das auf der Webseite ‘jugendkirchen.org’ publiziert wurde.

Mit dem Motto “Pimp my Church” wollten sich die Jugendkirchenmacher bewußt an eine Sendereihe und den Stil des kommerziellen Jugendsenders MTV anpassen.

Der reißerische Musiksender, der keine Geschmacklosigkeit ausläßt, will in Zukunft auch den Hetzfilm ‘Popetown’ ausstrahlen.

Pimp my churchPimp my churchPlease, click on the picture, in oder to start the gallery with 5 pictures.

Das von der Jugendkirche in Esch verwendete englische Verb “pimp” heißt übrigens “verkuppeln”. Das englische Hauptwort “pimp” bedeutet Zuhälter.

Diese Assoziation von Zuhälterei und Jugendkirche paßt gut zu dem Musical ‘Erotica’ von der Jugendkirche Oberhausen, knapp 200 km nördlich von Frankfurt

Das zwielichtige Stück aus dem Bordell-Milieu wurde am 12. Februar in der Frankfurter Jugendkirche aufgeführt und nach Auskunft von Jugendpfarrer Dr. Otto mit “standing ovations” frenetisch beklatscht.

Werbeplakat für die Jugendkirche
Werbeplakat für die Jugendkirche
Im Bistum Limburg sehen die Jugendkirchen offenbar eine wichtige Aufgabe in der Hinführung zu Jugendsexualität.

Bei jugendkirchlichen Schulendtagen steht der Punkt “no love, no fun” auf dem Programm. Die Erotica-Schau in der Frankfurter Jugendkirche wurde als “Jona in love” angepriesen. Zur Eröffnung der Jugendaktion des Hilfswerkes Misereor verteilte der Limburger Jugendpfarrer “Flirt-Bonbons” – wie hilfreich für die 3. Welt!

Neben der schlüpfrigen Anbiederung an den Fernsehsender MTV steht das Motto “Pimp my Church” auch für ein neues kirchliches Marketing-Konzept.

Der Theologe und Soziologe Matthias Sellmann empfiehlt der Kirche bei einem Gastvortrag des Lehrstuhls für Marketing an der Universität Dortmund, daß sie ihre Dienstleistungen und Angebote genauso inszenieren und kommunizieren soll wie die großen Marken. Das heißt in der Fachsprache: “branding”.

Die vielfältigen und unterschiedlichen Beziehungen der Christen zur Kirche sollten als “Kundenkontakte” gepflegt werden.
Hans Hobelsberger:
Events als niederschwellige Angebote sollen einen Erstkontakt herstellen und bei Jugendlichen ein positives Image erzeugen.
Das Gespräch mit dem Pfarrer sei nichts anderes als “Personal Selling”.

Die Jugendkirchen haben die Marketingstrategien der kommerziellen Jugendbranche schon weitgehend verinnerlicht und umgesetzt.

Hans Hobelsberger, der Chefideologe für Jugendkirchen bei der “Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz” hat das in dankenswerter Klarheit in einem Beitrag für die Monatszeitschrift “Herder Korrespondenz 11/05” verdeutlicht:

“Strategien der Eventisierung und Ästhetisierung, die ja dem Marketing entspringen, weisen in die Richtung”, daß die “Jugendkirchen einer ökonomischen Angebotsstruktur verhaftet sind, wo eine professionelle Veranstaltungselite ihre jugendliche Kunden in Glaubensdingen möglichst gut bedienen und unterhalten will”.

“Events als niederschwellige Angebote sollen in diesem Zusammenhang einen Erstkontakt herstellen und bei Jugendlichen ein positives Image erzeugen. Sie sind auch Form der Öffentlichkeits- und Marketingstrategie von Jugendkirchen.”

Die innerkirchlichen Ansprüche und Rechtfertigungsreden hören sich ganz anders an, wenn von Eigengestaltung und Eigenverantwortung in den Jugendkirchen gesprochen wird, von Selbstorganisation und Selbstverwirklichung der Jugendlichen.

Jugendseelsorger Hobelsberger weist darauf hin, daß die partizipatorischen Ansprüche der Jugendkirchen zur Mit- und Programmgestaltung von Jugendlichen weitgehend gescheitert sind.

Selbst wenn sich “echte” Jugendliche einmal in die Planungsgremien “verirren” würden, hieße das nur, “daß Jugendliche durch Partizipation in die Veranstaltungsagentur” aufstiegen.

Auch an der Übernahme von englischen Phrasen und Amerikanismen aus der Marketingsphäre und Werbesprache kann man erkennen, wie stark sich die Jugendkirchen an den ökonomischen Verkaufsstrategien der kapitalistischen Konsumwelt orientieren.

Bei dem jugendkirchlichen Schülercafé “come together” in Limburg wurde zum Beispiel direkt eine Werbekampagne der Zigarettenmarke “Peter Styevesant” übernommen.

Es bleibt dabei. Jugendkirchen sind Eventagenturen, die ihre “Glaubensangebote” weitgehend der kommerziell geprägten Jugendkultur anpassen und sich insofern in Konkurrenz “mit kommerziellen Anbietern in den Jugendszenen behaupten” müssen” – so Jugendseelsorger Hobelsberger.

Der Autor ist Mitglied im Arbeitskreis von Katholiken im Raum Frankfurt.
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Tuesday, May 2. 2006 17:08
Wolf Paul: Sprachliche Korrektur
Ich möchte hier wirklich nicht dieser Art von “Jugendkirchen” das Wort reden, da gibt es sicher viel zu kritisieren.

Die angesprochene Verbindung zur Zuhälterei läßt sich aber nicht an dem englischen Begriff pimp in der Kombination pimp my XXXXX festmachen. Natürlich ist es das gleiche Wort, bezieht sich jedoch in diesem umgangssprachlichen Ausdruck nicht auf die Tätigkeit, sondern auf die ausgefallene und extravagante Kleidung vieler Zuhälter.

Der Begriff in diesem Zusammenhang hat also nichts mit Verkuppeln zu tun, sondern bedeutet aufmotzen, auftakeln.

Wenn man berechtigte Kritik an einem Phänomen mit fadenscheinigen oder faktisch falschen Argumenten, Vergleichen oder Verweisen zu untermauern versucht, untergräbt man die eigene Glaubwürdigkeit, und das wäre gerade bei dieser Thematik schade.
Tuesday, May 2. 2006 09:40
Mittel gegen Kreuzschmerzen: Neben Microsoft…
…ist die Kirche das am kommerziellsten orientierte Unternehmen der Welt, ich muss das wissen, denn ich bin!
Friday, April 21. 2006 19:20
Aurelius: Midshipman Casey
Dann sind wur uns ja einig, daß wir uns einig sind. Ein internetuntypisches Ereignis

In der Tat –- vor allem hier auf kreuz.net
Friday, April 21. 2006 16:15
Maledica: Die Früchte!
Die leeren Kirchen, welche durch das Sterben der noch frommen Beter- so was lernten diese noch, bevor so komische Mätzchen eingeführt wurden- nun bald ganz entleert sind spricht dann wohl eher für sich, als meine bissigen Kommentare!
Trotz Lightshow seit über 40 Jahren
Trotz cooler Sound
Trotz Propagierung einer offenen Sexualität
Trotz Tanzeinlagen
Trotz Betroffenheitsgesäusel
Trotz Händchenhalten und Piep piep piep
Trotz Beifallsbekundungen
kommt kaum einer in Jugend”gottes”dienste und Jugendkirchen
Aber die Verantwortlichen bleiben weiterhin verblendet.
Man will sich nun mal schwer eingestehen, daß man mit seinem Konzept jämmerlich versagt hat.
Wenn solcher Quark nicht mit immensen Summen an Kirchensteuergeldern finanziert würde, könnte man es einfach übergehen, denn diese Einschaltquoten kann man getrost ignorieren…
Friday, April 21. 2006 15:36
wiener: verblendung?
wer hier tatsächlich verblendet ist, darüber können sich die geneigten mitleser/innen wohl leicht selbst ein bild machen.
jeder weitere kommentar zu maledicas wüsten beschimpfungen tut diesem herrn zu viel der ehre an.
Friday, April 21. 2006 15:29
Maledica: Bilder sprechen für sich
Die Propagandaseiten der Jugend”kirchen” sprechen für sich.
Von Sakralität und Würde keine Spur.
Wer es fassen kann, der fasse es.
Die Intendanten werden in dies natürlich in ihrer Verblendung nie zugeben.
Solche Spektakel gliedern sich nicht ein in die 2.000-jährige kontinuierliche Tradition der Kirche.
Das die Jugendlichen keine mittelalterlichen Madrigale in der Kirche wünschen, versteht sich von selbst, denn dies ist eine weltliche Musikgattung.
Gregorianik bleibt halt für alle Zeiten ewig Jung!!!
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